Sheriff4Kids – packender Vortrag mit dem Ziel der Sucht- und Mobbingprävention:

Claudia Berger ist zum 3. Mal im Einsatz für Dauner Schulen

Am 01. Oktober hielt Claudia Berger (Mediatorin, Sheriff4Kids) einen Vortrag vor den Schülerinnen und Schülern der 8. Klassen des GSG  und TMG Daun sowie der Klassen 8 und 9 der Realschule Plus, der zeitweise sprachlos gemacht, aber in erster Linie beeindruckt hat.

Claudia Berger wurde 1975 in Darmstadt geboren. Aufgewachsen  in einem gewalttätigen Umfeld hat sie Erfahrungen machen müssen, von denen sie heute in ihrer Präventionsarbeit profitiert. In ihrer frühen Kindheit spielte sie Fußball, wurde Leistungssportlerin. Sie erlernte den Beruf der Kfz-Mechanikerin und verfolgte mit Begeisterung und viel Disziplin, aber auch Druck, ihre Träume. 

Im Alter von siebzehn Jahren kam Claudia das erste Mal mit Drogen in Kontakt und zog aus reiner Neugierde an einem Joint.  18 Jahre lang war sie drogen- und alkoholsüchtig, Heute weiß sie, dass die Hauptursachen für diesen Teufelskreis ihre Gewalterfahrungen im nächsten Umfeld,  fehlende Aufklärung über Drogen, falsche Freunde, ein extremer Leistungsdruck und fehlende Gesprächsmöglichkeiten waren. – Das soll und das muss jungen Menschen heute nicht mehr passieren, das ist Bergers klare Ansage. – Dem Tod nur wie durch ein Wunder entronnen ist sie nun seit 2010  clean. 2012 ging sie erneut zur Schule, machte eine Ausbildung zur Trainerin und Mediatorin der Gewaltfreien Kommunikation nach M. B. Rosenberg und bildete sich kontinuierlich weiter. Im Jahr 2013 gründete sie  Sheriff4KIDS, um eine authentische Form der Gewalt- und Suchtprävention anbieten zu können, die gleichzeitig ein Herzensprojekt für sie darstellt.: „Ich kann der Gesellschaft heute was zurückgeben – darum bin ich heute hier!“, diesen Satz sagte die nahbare Moderatorin mehrfach an diesem Vormittag in der Wehrbüschhalle Daun.

Die Schülerinnen und Schüler kamen durch die teils schockierenden persönlichen Erlebnisse dem Thema Sucht und Gewalt ungewohnt und z.T. auch unangenehm nah und formulierten danach sehr reflektierte, durchweg positive Rückmeldungen zu der Veranstaltung, die hoffentlich lange in Erinnerung bleibt und vielleicht auch einen 4. Besuch von Sheriff4Kids  in Daun nach sich ziehen wird. Hier einige „O-Töne“ der SchülerInnen:

„Es ist wichtig darüber zu reden, wie gefährlich Drogen und Gewalt sind.“

„Es kam sehr viel Gewalt vor, aber das ist egal, weil es wichtiger ist, wie ernst das alles ist!“

„Man darf unter Freunden keinen Späß aus Drogen machen und niemanden zwingen, diese zu nehmen oder Alkohol zu trinken.“„Wir wurden anschaulich und fesselnd über Drogen aufgeklärt.“ – „Und das von jemandem, der selbst sehr viel Erfahrung damit hat“ – „ Man denkt auf jeden Fall anders darüber nach“ – „Ich fühle mich von Drogen abgeschreckt.“ „Frau Berger hat eine sehr interessante und bewegende Lebensgeschichte.“

„Ich gehe aus diesem Vortrag heraus vor allem mit vollstem Respekt vor dieser Frau.“

Text: N. Krämer mit den Schülerinnen und Schülern der 8. Klassen /GSg Daun

Quellen: https://sheriff4kids.de/

Herbstferien

In den Herbstferien sind wir telefonisch und per E-Mail in der Zeit von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr erreichbar. Für persönliche Begegnungen in der Schule bitten wir um Voranmeldung.

Allen schöne und erholsame Ferien!

Schultheater der Länder in Niedersachsen

Das GSG-Daun vertritt mit dem DS Kurs der MSS 13 das Land Rheinland-Pfalz beim Bundeswettbewerb in Niedersachsen

Mit der Produktion: „Draußen vor der Tür – jung, pleite, verzwEIFELt,“ ist der Kurs Darstellendes Spiel der Jahrgangsstufe 13 beim Schultheater der Länder in Niedersachsen aufgetreten und begeisterte das Publikum im Lessing Theater in Wolfenbüttel:

Rheinland-Pfalz: Draußen vor der Tür: Jung, pleite, verzweifelt
Am 1. Oktober 2025 zeigt das Geschwister-Scholl-Gymnasium Daun (Rheinland-Pfalz) seine Eigenproduktion „Draußen vor der Tür – jung, pleite, verzwEIFELt“ im Lessingtheater Wolfenbüttel. Unter der Spielleitung von Tanja Finnemann setzen sich die Schüler*innen mit Motiven aus Wolfgang Borcherts Nachkriegsdrama auseinander und verknüpfen diese mit Fragen nach Heimat, Erinnerung und Verantwortung. Die Eifel, ihre eigene Herkunftsregion, spielt dabei eine zentrale Rolle. Unterstützt von einer künstlichen Intelligenz entsteht eine eindrucksvolle Collage aus eindrucksvollen Szenen, historischen Recherchen und persönlichen Perspektiven.
Schon der Einstieg ist interessant. Drei Körper stehen auf der Bühne, verhüllt in knisternde Plastikfolie, während ein Schüler das Stück mit einem Gespräch an die KI eröffnet, als Hilferuf und kreativer Auftakt zugleich. Es wird schnell deutlich, dass hier ist kein traditionelles Theater, sondern eine Suche. Eine Auseinandersetzung mit einem schwierigen Stoff, einer schweren Vergangenheit und mit sich selbst. In wechselnden Szenen und Stilen entfaltet sich ein Stück, das viel will und viel wagt. Die Jugendlichen spielen Beckmanns Geschichte nicht einfach nach, sondern brechen sie immer wieder auf. Sie diskutieren offen über ihren eigenen Bezug zum Thema, über den Darstellenden-Spiel-Unterricht, über Druck, Erwartungen und die Frage, warum sie sich überhaupt mit einem Kriegsheimkehrer beschäftigen sollen. Diese verschiedenen Perspektiven wirken nicht gewollt, sondern ehrlich, wie ein kollektives Denken auf der Bühne. Besonders eindrücklich: die Szene eines Familienabends, bei dem konservative Rollenbilder, Leistungsdruck und rassistische Kommentare ganz beiläufig fallen. Oder die Erzählung des „Herrn E.“, einem realen Fall von Zwangssterilisation in der NS-Zeit, dessen Geschichte in stillen, wütenden und bewegenden Momenten erzählt wird. Und das begleitet von Gerichtsurteilen, Marschmusik und eindringlichen Bildern. Aber auch das Heute bleibt nicht außen vor. Eine Szene auf einer Dorffeier in der Eifel macht deutlich, wie sich Gewalt, Ausgrenzung und Intoleranz fortsetzen. Die Frage „Kann ich das hier überhaupt noch Heimat nennen?“ zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend. Am Ende steht Beckmann wieder auf der Bühne. Er wirkt allein, übersehen, umringt von starren Körpern. Doch anders als zu Beginn erfährt er nun Nähe, wird gesehen, gehalten. Und mit ihm vielleicht auch eine ganze Generation, die fragt, zweifelt und dennoch nicht aufhört zu hoffen. „Nie wieder ist jetzt“. Dieser Satz hallt zum Schluss durch den Raum. Keine leere Floskel, sondern eine klare Haltung. Die Inszenierung ist politisch, persönlich, widersprüchlich und gerade deshalb so stark. Sie nimmt sich Zeit, macht Ungerechtigkeiten sichtbar und bleibt dabei durchgehend in Bewegung.

Autor*in: Nita Hinz, Studierende Person des Darstellenden Spiels und der Kunstpädagogik an der HBK Braunschweig

Das „Schultheater der Länder 2025“ ist das größte Schultheaterfestival Europas und fand vom 27. September bis 2. Oktober 2025 in Niedersachsen, genauer in Braunschweig und Wolfenbüttel, statt. Dieses bundesweite Festival bringt jedes Jahr rund 450 Schüler*innen sowie Lehrkräfte aller Schulformen aus ganz Deutschland zusammen, um die Vielfalt und Kreativität des Schultheaters zu feiern und sichtbar zu machen.

Was ist das Festival?

Das Festival „Schultheater der Länder“ bietet ausgewählten Jugendtheatergruppen aus jedem Bundesland eine Bühne, ihre Produktionen zu präsentieren, die zuvor in einem Juryverfahren ausgewählt wurden. Das jährlich wechselnde Motto stand 2025 unter dem Zeichen „Schultheater.Vielfalt.“, wobei gesellschaftliche Diversität, interkultureller Dialog und ästhetische Bildung im Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzungen standen.

Programm und Rahmen

Neben den Theateraufführungen prägte ein vielfältiges Rahmenprogramm das Festival: Workshops für Schüler*innen, Nachgespräche, Austausch mit Theaterprofis und ein Fachtag an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig förderten die fachliche und künstlerische Weiterentwicklung aller Beteiligten. Die Fachforen, performativen Angebote und die enge Kooperation mit dem Staatstheater Braunschweig sowie dem Lessing-Theater Wolfenbüttel machten das Festival zum Treffpunkt für innovative Theaterarbeit an Schulen.

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