Joseph Beuys‘ Enkelkind

Im Rahmen der Projekttage des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Daun haben die Naturwissenschaftler der Schule ein ganz besonderes Landschaftskunstwerk unterstützt – vermutlich teils, ohne zu wissen, welche seltene künstlerische Arbeit nun an unserer Schule wachsen und gedeihen darf.  

Unterhalb der Anlage unseres Gartens, nahe des entstehenden Grünen Klassenzimmers, ist nämlich ein kleines Eichenbäumchen eingepflanzt worden, dessen Opa der populäre Querschläger, Intellektuelle, sicherlich auch groteske Künstler Joseph Beuys darstellt. Joseph Beuys, ein Visionär, lag schon in den 80ern daran, Stadtflächen zu begrünen und sich für Umweltschutz einzusetzen. Darum pflanzte er mit freiwilligen Helfern damals 7000 Eichen an unterschiedlichen Standorten, hauptsächlich in Kassel. 

Die Künstler Tomasz Piwarski und Jenny Trautwein, beide Studenten der Kunstakademie in Düsseldorf, die lange zu den besten Kunsthochschulen für Freie Kunst weltweit zählte und an der auch ebenjener Joseph Beuys Professor gewesen ist, haben aus diesen 7000 Eichen im Jahr 2020 Zöglinge herangezogen. Eine dieser kleinen Eichen wächst nun hoffentlich am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Daun zu einem großen Baum heran.  

Für diese Symbiose aus Naturschutz und Kunst gilt ein ganz besonderer Danke Jutta Vogels Ehemann Hans Jürgen Vogel, der uns diese kleine Eiche überreicht hat.

Mehr Informationen zu dem groß angelegten Kunstprojekt von Tomasz Piwarski und Jenny Trautwein erhaltet ihr hier: http://artrelevant.com

Fachbereich Kunst

Am Geschwister-Scholl-Gymnasium wird das Fach Bildende Kunst ab der 6. Klasse unterrichtet.Der Kunstunterricht orientiert sich an der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Insofern sind die verschiedenen künstlerischen Arbeitsbereiche (Malerei, Grafik und Druckgrafik, Medienerziehung, Design und Plastik) eng mit sogenannten „Erfahrungsfeldern“ verknüpft. In der Orientierungsstufe sind dies zum Beispiel die Erfahrungsfelder „Natur erleben“, „Miteinander leben“, „Spielen und Freizeit“ oder „Mensch und Tier“.Neben mehr oder weniger angeleiteten Unterrichtseinheiten und Übungen werden viele Gestaltungsfreiräume geschaffen, in denen experimentiert wird, wo kreative Ideen gefragt sind und im Austausch mit anderen eigene Vorhaben umgesetzt und präsentiert werden.Vor allem sind daher Phantasie und Vorstellungskraft gefordert sowie die Fähigkeit „mal um die Ecke zu denken“, eigene Gestaltungsstrategien zu entwickeln und Verantwortung für eigene Projekte zu übernehmen. Vom leeren Blatt über erste Skizzen bis hin zum fertigen Kunstwerk müssen viele Gestaltungsentscheidungen getroffen werden. Manchmal führt der Weg zum gelungenen Ergebnis auch über Umwege oder Fehler, aus denen man lernen kann. Kreative Problemlösungen sind dann gefragt, die häufig auch im Austausch mit anderen gefunden und weiterentwickelt werden.Das Betrachten und Beurteilen von Kunstwerken, aber auch von Medienangeboten und Alltagsdesign, verlangt eine differenzierte Wahrnehmung und ein geschultes Urteilsvermögen. Deshalb wird ab der Mittelstufe die Bild- und Objektanalyse und die Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte zunehmend mehr in den Unterricht eingebunden.Insgesamt fördert der Kunstunterricht eine Vielzahl von Kompetenzen, die nicht nur auf eine eventuelle spätere Berufstätigkeit in einem künstlerischen Bereich vorbereiten, sondern in allen Lebensbereichen zur gesunden Persönlichkeitsentwicklung beitragen.Vor allem aber soll die Freude am kreativen Gestalten bis ins Erwachsenenalter erhalten bleiben. Sich selbst kreativ auszudrücken und die eigene Lebenswelt zu gestalten gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Joseph Beuys hat dies im folgenden Zitat treffend auf den Punkt gebracht: „Jeder Mensch ist ein Künstler“