Neuigkeiten von Erasmus +

Eine Woche lang war Europa ganz nah – genauer gesagt im Klassenzimmer, im Schulgarten und gelegentlich auch zwischen neugierigen Ziegen. Beim Erasmus-Plus-Schüleraustausch zwischen dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Daun und dem Lycée Le Ferronay aus Cherbourg-en-Cotentin verbrachten 46 deutsche und französische Schülerinnen und Schüler gemeinsame Tage in der Vulkaneifel.

Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur das Kennenlernen, sondern auch ein kleines Stück Forschung. Im Schulgarten wurde gemessen, notiert und verglichen: Temperaturen, Niederschlag und Windstärken, sorgfältig festgehalten und später den Messungen der Partner in Cherbourg gegenübergestellt. Schnell zeigte sich: Während an der normannischen Küste der Wind zum Alltag gehört, weht er in der Eifel deutlich zurückhaltender – sehr zur Freude der Messgruppe, deren Notizzettel bei bestem Wetter zuverlässig an Ort und Stelle blieben.

Doch ein Austausch lebt nicht nur von Tabellen und Thermometern. Er lebt von gemeinsamen Wegen und Eindrücken. So führte das Programm auch hinaus in die Region – etwa zu einem Ziegenhof in Gillenfeld, wo die Besucher erfuhren, dass Ziegen ausgesprochen kommunikative Tiere sein können, ganz gleich in welcher Sprache man sie anspricht. Im Wild- und Erlebnispark Daun begegneten sie Hirschen, Wildschweinen und Mufflons, während im Schokoladenmuseum Köln eine andere Form der Forschung betrieben wurde: die sehr praktische Untersuchung der Nachhaltigkeit – aber auch der Haltbarkeit von Schokolade in Schülergruppen.

Ein kurzer Blick galt auch dem Kölner Dom – ein schneller Besuch zwischen Rheinblick und Stadttrubel, gerade lang genug, um die gewaltigen Türme zu bestaunen.Am Ende dieser sonnigen Märzwoche blieb vor allem die Erfahrung, wie leicht Verständigung entstehen kann: irgendwo zwischen Windmessung, Busfahrt und gemeinsamem Lachen. Europa zeigte sich dabei nicht als großes politisches Projekt, sondern als etwas sehr Einfaches – eine Woche, in der Jugendliche aus zwei Ländern feststellen, dass sie sich erstaunlich viel zu erzählen haben.

Besuch des Landtags am 20.02.2026

Der Abiturjahrgang des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Daun war am 20.02.2026 zu Gast im Landtag in Mainz, um im Rahmen eines Planspiels über die „Einführung eines Faches Digitalkunde“ zu debattieren. Ziel der Veranstaltung war es, parlamentarische Abläufe erfahrbar zu machen und die Lernenden für Fragen digitaler Bildung zu sensibilisieren.

Zu Beginn nahmen die Schülerinnen und Schüler im Plenarsaal Platz. An den Sitzplätzen lagen farblich gekennzeichnete Arbeitsmaterialien bereit, die den drei Fraktionen des Planspiels zugeordnet waren. Nach der Einteilung in die Fraktionen arbeiteten die Gruppen in separaten Räumen ihre Positionen und Argumentationslinien zum Thema Digitalkunde aus. Dabei wurden Schwerpunkte wie Medienkompetenz, Datenschutz, Informatik-Grundlagen, digitale Ethik sowie die Verankerung des Faches im Curriculum diskutiert.

Zurück im Plenarsaal eröffnete der gewählte Landtagspräsident die Sitzung und moderierte den Verlauf. In den ersten Redebeiträgen stellten die Fraktionsvorsitzenden die jeweiligen Standpunkte ihrer Fraktionen klar: von einer verpflichtenden Einführung des Faches über eine modulare Integration in bestehende Fächer bis hin zu Pilotprojekten mit begleitender Evaluation. Es entspann sich eine lebhafte und sachorientierte Debatte, in der unter anderem Lehrkräftefortbildung, Ressourcenbedarf, Chancengerechtigkeit, Praxisbezug und Kooperationen mit externen Partnern thematisiert wurden.

Nach der ersten Diskussionsrunde wurde eine kurze Pause eingelegt, die die Fraktionen für Sondierungsgespräche nutzten. Ziel war es, auf Basis der unterschiedlichen Positionen einen gemeinsamen oder zumindest mehrheitsfähigen Antrag zu formulieren. Im Anschluss wurde die Plenardebatte kurz fortgeführt, um letzte Änderungswünsche und Kompromisslinien zu klären, ehe in der finalen Abstimmung ein Kompromiss erzielt werden konnte.

Die Veranstaltung vermittelte den Schülerinnen und Schülern einen anschaulichen Einblick in parlamentarische Prozesse und zeigte, wie demokratische Entscheidungsfindung im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen und praktischer Umsetzbarkeit gestaltet wird. Gleichzeitig wurde deutlich, welche Bedeutung digitale Kompetenzen für Bildungsgerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und Berufsorientierung haben.

Lebendige Geschichte und Demokratiebildung – Histotainment mit Tino Leo an den Methodentagen

Einigkeit und Recht und Freiheit – Die Revolution von 1848/49

Im Rahmen der jährlich schulweit stattfindenden Methodentage präsentierte Tino Leo am 09.02.2026 in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Daun sein Ein-Personen-Theaterstück „Einigkeit und Recht und Freiheit – Die Revolution von 1848/49“. Im Fokus standen die Entwicklungen des Vormärz sowie die Arbeit der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche. Gefördert wurde die Veranstaltung von der Landeszentrale für politische Bildung, um die politische Urteilsfähigkeit der Teilnehmenden zu stärken und einen lebendigen Zugang zu demokratischen Prozessen zu eröffnen.

Mit großer Wandlungsfähigkeit verkörperte Tino Leo zahlreiche historische Akteurinnen und Akteure und machte die politischen Konfliktlinien der Jahre 1815 bis 1848/49 anschaulich. Die 63 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 vertieften dadurch nicht nur ihr historisches Sachwissen, sondern gewannen zugleich ein Verständnis dafür, wie sehr heutige Freiheitsrechte und parlamentarische Verfahren auf den Auseinandersetzungen jener Zeit beruhen. Die szenische Darstellung eröffnete einen unmittelbaren, emotionalen Zugang zu politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Spannungen.

Der pädagogische Mehrwert der Aufführung lag im Sichtbarmachen komplexer historischer Entwicklungen: Deutlich wurde, wie Bürgerinnen und Bürger sowie Abgeordnete um Grundrechte, nationale Einheit und demokratische Beteiligung rangen. Dadurch wurden Kompetenzen wie kritisches Urteilsvermögen, historisches Bewusstsein und die Fähigkeit gestärkt, politische Strukturen in die Gegenwart einzuordnen.

Zur Vorbereitung entwickelten die Lernenden anhand konkreter Aufgaben eigene Kurzszenen zum Vormärz und recherchierten zentrale historische Persönlichkeiten. Im Anschluss an die Aufführung setzten sie ihre Ergebnisse mit den Rollen des Stücks in Beziehung und reflektierten politische Handlungsspielräume sowie Bezüge zur heutigen demokratischen Teilhabe.

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