Erfolgreiche Premiere am GSG Daun – Papierklavier

Endlich wieder Theater vor Publikum! Im Rahmen des 60-jährigen Schuljubiläums des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Daun hat der Kurs Darstellendes Spiel (dS) der MSS 12 unter der Leitung von StD‘ Tanja Finnemann am 08. Juni eine Weltpremiere in der Aula der Schule dargeboten, die zu begeistern wusste. Das Einmalige: Gespielt wurde das eigens von den Kursteilnehmerinnen geschriebene Stück „Papierklavier“, das auf dem gleichnamigen Jugendbuch von Elisabeth Steinkellner basiert. 

In dem Drama dreht sich alles um die 16-jährige Maia. Maia ist auf der Suche nach Glück, weil sie oft mit sich und ihrem Leben hadert. – Brauchen wir wirklich Perfektion in allen Dingen? Müssen wir so sein, wie alle anderen um uns herum?  – Ein philosophisches, zeitloses und altersloses Thema wurde kreativ, unterhaltsam und vielschichtig inszeniert und die Spielfreude und -kompetenz greifbar.

Der Kurs hat das eigene Werk jedoch nicht nur gespielt, sondern im Laufe des aktuellen Schuljahres die gesamte Produktion in Gruppen geplant und umgesetzt: die Buchvorlage gelesen, diese szenisch interpretiert, eine eigene Dramaturgie und Szenografie erstellt, Regie geführt, Kostüme, Requisiten, Bühnenbild, Technikpläne, und schließlich geprobt, geprobt und nochmal geprobt. Unterstützt wurde das „dS-Team“ durch die Technik-AG der Schule unter der Leitung von StD Volker Weinzheimer. Das Ergebnis: Die Aula der Jubiläumsschule war gut gefüllt, viele Schüler*innen, Lehrer*innen, Angehörige, auch Ehemalige und Freunde des GSG und der Kultur kamen, um am Abend ein Stück „Spielkultur“ zu erleben. Das Publikum honorierte die komplexe und überzeugende Leistung mit einem stürmischen Applaus und „standing ovations“.  Mit dem Stück hat sich der Kurs  zur Teilnahme am diesjährigen Landesschultheatertreffen in Speyer qualifiziert. Herzlichen Glückwunsch! Und am Ende des Abends konnte jeder noch einen Glückskeks mit nach Hause nehmen – Schaden kann es nicht!

Papierklavier

– Das Leben ist wie ein Glückskeks

(12 ds1 – Frau Finnemann)

Aufführungstermine:

08.06.2022, 18 Uhr in der Aula des GSG – Daun (Karten sind im Sekretariat erhältlich)

18-20.07.2022, Landesschultheatertage (LSTT) in Speyer 

Ein Kurs, bestehend aus 13 Schüler*innen, verkörpert die Rolle eines 16 jährigen Mädchens namens Maia, welche zwischen Schule, einem Teilzeitjob und ihrer Rolle als Ersatzmutter für ihre zwei jüngeren Schwestern pendelt. 

Selbstbewusst und mit zwei besten Freund*innen an ihrer Seite, geht sie durchs Leben, kämpft manchmal gegen ihre Kilos, meist aber gegen zu starke Schönheitsnormen. Sie steht stets zu sich und ihren Freunden – komme, was wolle.  Und trotz mancher Niederlagen erobert sie sich mutig ein Stück vom Glück. Das Stück erzählt von weiblicher Pubertät in all ihren Widersprüchen. 

Seit Beginn des Schuljahres hat der Kurs das Stück, das das Thema „Was bedeutet es eigentlich, Glück zu haben?“ aus allen möglichen Perspektiven beleuchtet, auf Basis des Tagebuchromans „Papierklavier“ von Elisabeth Steinkellner selbst entwickelt. Die Schüler*innen führen eigenverantwortlich Regie, entwickeln Dramaturgie und Szenografie als Projektarbeit im Fach „Darstellendes Spiel“.

Mit dem Stück hat sich der Kurs zur Teilnahme am Landesschultheatertreffen (LSTT) in Speyer qualifiziert.

Eintritt ist frei, über Spenden freuen wir uns sehr!

Es spielen: Nicolas Blaum , Charlotte Condne, Emma Göbel, Robin Heimermann, Mara Hillen, Shania Horten, Levin Hübner, Teresa Klein, Hannah Nägel, Leila Schmitt, Nadine Schneider , Jule Steckenborn, Guiliana Stolz

Mit tatkräftiger Unterstützung von: Tanja Finnemann

Rückblick auf das Schultheater der Länder – Unser Beitrag für Rheinland-Pfalz

Von Lina Weingart (MSS 13)


Schultheater der Länder. Das Treffen der 16 besten Schultheater Gruppen Deutschlands. Dass wir es dahin geschafft haben, hätten wir letztes Jahr mit Sicherheit nicht gedacht. Unser Stück „Tattoo“ sollte dasAbschlussstück derAbiturienten 2021 werden, doch wie bei so vielen Dingen in den letzten Monaten, machte uns Corona einen Strich durch die Rechnung. Nach langen Überlegungen und der Suche nach einer Möglichkeit, unser Stück einem größt möglichen Publikum zeigen zu können, stand unser Entschluss fest. Wir führten unser Stück nach Motiven von Tattoo von (Igor Bauersima) auf Instagram auf. Das Stück zog schließlich so weite Kreise, dass wir am Landeswettbewerb (Landesschultheater Rheinland-Pfalz) und schließlich auch am Bundeswettbewerb der Schultheater teilnehmen durften. Zur Unterstützung stießen einige neue Gesichter aus dem nächstenAbiturjahrgang dazu, sodass wir eine lustige, kleine Theatergruppe geworden sind.


Aber nun zum Bundeswettbewerb (Schultheater der Länder 2021). Da der Wettbewerb dieses jähr digital stattfinden sollte, fuhren wir nicht zum diesjährigen Austragungsort (Ulm, Baden-Württemberg).

Am 19.09. machten sich also 10 hoch motivierte SchülerInnen auf den Weg ins weit entfernte Waldrach. Die enorme Vorfreude wurde jedoch schon bei derAnfahrt zu unserer Übernachtungsmöglichkeit gedämpft. Während viele von uns auf eine Jugendherberge mit gemütlichen Gemeinschaftszimmern, flauschigen Handtüchern und einem tollen Frühstücksbuffet gehofft hatten, sah die Wirklichkeit jedoch etwas anders aus. Mitten im Wald, abgelegen von jeglicher Zivilisation, lag unsere Unterkunft. Von außen erinnerte die Behausung an eine Hobbit -Höhle und das davor geparkte “vintage” Wohnmobil warf ebenfalls eine Menge Fragen auf. Dass dieses davor geparkt wurde, um auf uns Kinder aufzupassen, erfuhren wir später. Zuvor wurden wir jedoch zünftig in Männlein und Weiblein getrennt. Während die Mädchen die Bambustreppe hinaufkletterten, um ihre Gemächer im oberen Stockwerk zu beziehen, führte der Hausbesitzer die Knaben in den unteren Stock, der stark von Kälte und Feuchtigkeit geprägt war. Ganz abgesehen von den fehlenden Fliesen oder der defekten Klospülung. Für uns alle stand also nach einem Rundgang fest: Hier wollen wir nicht bleiben. Alles Diskutieren half jedoch nicht, dem Anstand unserer Lehrer sei Dank, mussten wir wohl oder übel eine Nacht im, wie wir es tauften, Horrorhaus von Waldrach, verbringen. Nachdem wir Betten zusammen geschoben hatten, die Matratzen mit Handtüchern auslegten und tapfere Jünglinge ihre mitgebrachten Kissen teilten, waren wir bereit für die Nacht.

Die nächsten Nächte verbrachten wir, Andreas sei Dank, in der Ferienwohnung Bienenkorb auf der Scherfsmühle mit einem wirklich super Bad (real Bad). Mithilfe von Luxusbadewanne und wechselnder Bad -Beleuchtung war der Horror des gemeinschaftlichen Badezimmers mit mittelalterlicher Einrichtung und 10 Grad Celsius Durchschnittstemperatur schnell wieder vergessen. Auch Herrn Weinzheimers famose Kochkünste führten dazu, dass die Laune wieder exponentiell anstieg.

Mit vielen Theaterspielen, der Wassertaufe im Scherf‘schen Wasserfall und Pistazien vertrieben wir uns die Zeit zwischen den Auftritten der Gruppen anderer Bundesländer. Von Stücken wie Sommernachtstraum oderAntigone, bis hin zu kleinen Spielfilmen mit ernsten Themen wie Mobbing, sahen wir viele interessante Beiträge. Zudem führt uns unsere tolle Spielleiterin, Frau Finnemann, in die ortsansässige Boulderhalle (in der immer noch die blaue Route auf ihre Bezwingung wartet) oder in die Trierer Innenstadt, deren bekannte Plätze kurzerhand in unsere Theaterbühne umgewandelt wurde. Mit kurzen improvisierten Stücken, in denen wir auch unsere Lehrerin an ihre schauspielerischen Grenzen gebracht haben, oder einer Performance, bei der wir sogar 30 Cent gewinnen konnten, zogen wir alle Blicke auf uns.

Während den ersten drei Tagen hieß es jedoch für uns immer noch POSTEN, DREHEN, POSTEN, DREHEN, denn unsere Instagram Seite musste bis zu unserem Live-Auftritt prall gefüllt werden. Die Reaktionen der anderen Festival Teilnehmer auf unser Stück überwältigten uns dabei total. Auch unser Auftritt mittels eines Live-Streams am Mittwoch war erfreulicherweise sehr gut besucht.

Wir sind uns einig, dass diese wirklich außergewöhnliche Aufführung unter ungewohnten Bedingungen dennoch unglaublich gelungen war und uns mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben wird!

Nach Ende unsererAufführung neigte sich auch unsere Festivalwoche dem Ende zu, was die gesamte Geheime Dramatische Gruppe (GDG) in Wehmut versetzte.

Was wir aus der Woche mitnehmen?

  • Die Erkenntnis , dass man Google-Bewertungen von Unterkünften aufmerksam und bis zum Ende durchlesen sollte!
  • Die Gewissheit, dass Herrn Weinzheimers Bart ihn nicht nur zum Weihnachtsmann macht, sondern sich auch noch richtig flauschig anfühlt.
  • Die Weisheit, dass vegane Ernährung, Porridge und – nicht zu vergessen Pistazien – sehr glücklich machen.
  • Dass eine famose Spielleiterin auch verdient hat genannt zu werden.
  • Dass FeminisMUSS!
  • Und das Wichtigste natürlich: Neue, tolle, verrückte und ganz besondere Freundschaften, die auch als Theatergruppe weiterleben werden.