Theater gegen Gewalt und Vorurteile

GSG zu Gast im Forum beim Ensemble „Radiks“ aus Berlin

Können wir nicht einfach mal  so ins Theater gehen, kommt das Theater eben zu uns. Diese Gelegenheit bot sich direkt nach den Osterferien den SchülerInnen der 6. und 7. Klassen des GSG Daun. Aufgeführt wurde im Forum Daun das mobile Theaterstück „Wir waren mal Freunde“ (Blick zurück nach vorn) von Karl Koch. In 65 Minuten wurde die Aufmerksamkeit der Zuschauer durch eine spannende Kriminalgeschichte mit Wechsel auf verschiedene Zeitebenen und jugendgerechter Sprache geweckt. Nur 2 Schauspieler vom Ensemble Radiks aus Berlin schlüpften dabei in verschiedenste Rollen und regten das junge Publikum auf packende Weise zum Nachdenken über die Themen: Rassismus im Alltag, die Frage nach Toleranz Zivilcourage an. Die Theatervorstellung stellt nicht nur eine interessante Abwechslung zum Unterrichtsalltag dar, sondern ist auch ein wichtiger Beitrag im Rahmen der „Gewaltprävention am GSG“.

Im Anschluss an die Vorführung wurde in einem offenen Austausch zusammen mit den Schauspielern über das Stück und die Reaktionen darauf gesprochen. Gerne würden die SchülerInnen  eine Fortsetzung des Stücks, das offen endet, sehen. Und gerne darf auch der wichtige Diskurs über ein soziales und verantwortliches Miteinander in unserer diversen und multikulturellen Gesellschaft fortgesetzt werden.

Wir waren mal Freunde (Blick zurück nach vorn) von Karl Koch

Darsteller: Richard Rabeus; Liliane Steinnagel

Mobile Theaterproduktion des Ensembles Radiks aus Berlin

Die zwei Schauspieler übernahmen fast alle Rollen: Richard hat den Joscha gespielt; Liliane die Rollen von Melek, Marion, der Vertrauenslehrerin und der Polizistin

Rückblick auf das Schultheater der Länder – Unser Beitrag für Rheinland-Pfalz

Von Lina Weingart (MSS 13)


Schultheater der Länder. Das Treffen der 16 besten Schultheater Gruppen Deutschlands. Dass wir es dahin geschafft haben, hätten wir letztes Jahr mit Sicherheit nicht gedacht. Unser Stück „Tattoo“ sollte dasAbschlussstück derAbiturienten 2021 werden, doch wie bei so vielen Dingen in den letzten Monaten, machte uns Corona einen Strich durch die Rechnung. Nach langen Überlegungen und der Suche nach einer Möglichkeit, unser Stück einem größt möglichen Publikum zeigen zu können, stand unser Entschluss fest. Wir führten unser Stück nach Motiven von Tattoo von (Igor Bauersima) auf Instagram auf. Das Stück zog schließlich so weite Kreise, dass wir am Landeswettbewerb (Landesschultheater Rheinland-Pfalz) und schließlich auch am Bundeswettbewerb der Schultheater teilnehmen durften. Zur Unterstützung stießen einige neue Gesichter aus dem nächstenAbiturjahrgang dazu, sodass wir eine lustige, kleine Theatergruppe geworden sind.


Aber nun zum Bundeswettbewerb (Schultheater der Länder 2021). Da der Wettbewerb dieses jähr digital stattfinden sollte, fuhren wir nicht zum diesjährigen Austragungsort (Ulm, Baden-Württemberg).

Am 19.09. machten sich also 10 hoch motivierte SchülerInnen auf den Weg ins weit entfernte Waldrach. Die enorme Vorfreude wurde jedoch schon bei derAnfahrt zu unserer Übernachtungsmöglichkeit gedämpft. Während viele von uns auf eine Jugendherberge mit gemütlichen Gemeinschaftszimmern, flauschigen Handtüchern und einem tollen Frühstücksbuffet gehofft hatten, sah die Wirklichkeit jedoch etwas anders aus. Mitten im Wald, abgelegen von jeglicher Zivilisation, lag unsere Unterkunft. Von außen erinnerte die Behausung an eine Hobbit -Höhle und das davor geparkte “vintage” Wohnmobil warf ebenfalls eine Menge Fragen auf. Dass dieses davor geparkt wurde, um auf uns Kinder aufzupassen, erfuhren wir später. Zuvor wurden wir jedoch zünftig in Männlein und Weiblein getrennt. Während die Mädchen die Bambustreppe hinaufkletterten, um ihre Gemächer im oberen Stockwerk zu beziehen, führte der Hausbesitzer die Knaben in den unteren Stock, der stark von Kälte und Feuchtigkeit geprägt war. Ganz abgesehen von den fehlenden Fliesen oder der defekten Klospülung. Für uns alle stand also nach einem Rundgang fest: Hier wollen wir nicht bleiben. Alles Diskutieren half jedoch nicht, dem Anstand unserer Lehrer sei Dank, mussten wir wohl oder übel eine Nacht im, wie wir es tauften, Horrorhaus von Waldrach, verbringen. Nachdem wir Betten zusammen geschoben hatten, die Matratzen mit Handtüchern auslegten und tapfere Jünglinge ihre mitgebrachten Kissen teilten, waren wir bereit für die Nacht.

Die nächsten Nächte verbrachten wir, Andreas sei Dank, in der Ferienwohnung Bienenkorb auf der Scherfsmühle mit einem wirklich super Bad (real Bad). Mithilfe von Luxusbadewanne und wechselnder Bad -Beleuchtung war der Horror des gemeinschaftlichen Badezimmers mit mittelalterlicher Einrichtung und 10 Grad Celsius Durchschnittstemperatur schnell wieder vergessen. Auch Herrn Weinzheimers famose Kochkünste führten dazu, dass die Laune wieder exponentiell anstieg.

Mit vielen Theaterspielen, der Wassertaufe im Scherf‘schen Wasserfall und Pistazien vertrieben wir uns die Zeit zwischen den Auftritten der Gruppen anderer Bundesländer. Von Stücken wie Sommernachtstraum oderAntigone, bis hin zu kleinen Spielfilmen mit ernsten Themen wie Mobbing, sahen wir viele interessante Beiträge. Zudem führt uns unsere tolle Spielleiterin, Frau Finnemann, in die ortsansässige Boulderhalle (in der immer noch die blaue Route auf ihre Bezwingung wartet) oder in die Trierer Innenstadt, deren bekannte Plätze kurzerhand in unsere Theaterbühne umgewandelt wurde. Mit kurzen improvisierten Stücken, in denen wir auch unsere Lehrerin an ihre schauspielerischen Grenzen gebracht haben, oder einer Performance, bei der wir sogar 30 Cent gewinnen konnten, zogen wir alle Blicke auf uns.

Während den ersten drei Tagen hieß es jedoch für uns immer noch POSTEN, DREHEN, POSTEN, DREHEN, denn unsere Instagram Seite musste bis zu unserem Live-Auftritt prall gefüllt werden. Die Reaktionen der anderen Festival Teilnehmer auf unser Stück überwältigten uns dabei total. Auch unser Auftritt mittels eines Live-Streams am Mittwoch war erfreulicherweise sehr gut besucht.

Wir sind uns einig, dass diese wirklich außergewöhnliche Aufführung unter ungewohnten Bedingungen dennoch unglaublich gelungen war und uns mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben wird!

Nach Ende unsererAufführung neigte sich auch unsere Festivalwoche dem Ende zu, was die gesamte Geheime Dramatische Gruppe (GDG) in Wehmut versetzte.

Was wir aus der Woche mitnehmen?

  • Die Erkenntnis , dass man Google-Bewertungen von Unterkünften aufmerksam und bis zum Ende durchlesen sollte!
  • Die Gewissheit, dass Herrn Weinzheimers Bart ihn nicht nur zum Weihnachtsmann macht, sondern sich auch noch richtig flauschig anfühlt.
  • Die Weisheit, dass vegane Ernährung, Porridge und – nicht zu vergessen Pistazien – sehr glücklich machen.
  • Dass eine famose Spielleiterin auch verdient hat genannt zu werden.
  • Dass FeminisMUSS!
  • Und das Wichtigste natürlich: Neue, tolle, verrückte und ganz besondere Freundschaften, die auch als Theatergruppe weiterleben werden.

GSG Daun spielt erneut beim Schultheater der Länder

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium Daun hat es wieder geschafft. Wir nehmen mit einer schuleigenen Produktion am Landesschultheatertreffen Rheinland-Pfalz teil und haben uns zudem für das Schultheater der Länder als Vertreter für das Land Rheinland-Pfalz qualifiziert. Bereits 2019 hatten wir die Ehre unsere Produktion der Theater-AG „Alice im Anderland“ beim Schultheater der Länder zu zeigen. Dieses Jahr ist aber aufgrund der Pandemiesituation alles anders. Beide Theaterfestivals finden digital statt.

Und auch unser Stück geht neue Wege: Alles begann damit, dass die diesjährigen Abiturient*innen ihr Abschlussstück der Theater-AG nicht live auf der Bühne vor Publikum spielen konnten – und da wurde die Plattform gewählt, auf der die meisten Freund*innen täglich Zeit verbringen. 

Mittlerweile beteiligen sich an dem Projekt nicht nur noch die 6 Abiturient*innen, die Gruppe ist gewachsen, 5 Mitglieder des Kurses „Darstellendes Spiel“ mischen kreativ mit.

Und darum geht’s: 

Die WG ist aufgeregt: Ihr berühmter Künstlerfreund Tiger hat sich angekündigt. Er ist international bekannt und erfolgreich in den USA mit seiner Kunst unterwegs. Und auch er selbst ist pure Kunst: Sein ganzer Körper ist tätowiert. Und was soll man sagen… Tigers Besuch in der WG verläuft anders als erwartet. Die WG Party wird feuchtfröhlich und Tiger schafft es, Leah ein Versprechen abzuringen: Der tätowierte @tigerarts.officialbegreift seinen Körper als Kunstwerk. Und da er nicht will, dass sein Körper nach seinem Tod (der natürlich in weiter Ferne liegt…) von irgendwelchen Kunsthändlern plastiniert und teuer verkauft wird, will er seinen Körper nach seinem Tod an seine Jugendliebe @live.love.lea.official verschenken. Sie verspricht, auf seinen Körper aufzupassen und diesen niemals zu verkaufen. Außerdem sind ja alle noch jung und fit. Auch wenn Ihr Mitbewohnerinnen @texts.by.fridi und @zoethevegan33 die Idee irgendwie merkwürdig finden.

Was hat Tiger sich dabei wohl gedacht… 

Die Teilnehmer*innen der beiden Festivals können das Leben der WG und ihrer Freunde in den Storys von @tattotheater auf Instagram verfolgen. Immer wieder können die Zuschauer*innen eingreifen, Fragen stellen und abstimmen. Und falls man nicht genug bekommt: Alle Mitspieler*innen haben auch eigene Accounts, die regelmäßig mit Zusatzcontent gefüllt werden.

Spielleitung: Tanja Finnemann, unterstützt durch Volker Weinzheimer

Schüler*innen: Hannah S., Merle B., Salomé P., Jan S., Mara A. (Abiturient*innen Jahrgang 2021) Marie C., Tymek T., Lina W, Marcel R., Madlen D. (MSS 12)

Landesschultheater 2021

Von Montag bis Mittwoch nahmen die Schüler*innen der freien Theatergruppe @tatto(o)theater am Landesschultheatertreffen Rheinland Pfalz teil.

Dieses Jahr fand das Treffen zum ersten Mal digital in den Schulen statt. Der Beitrag des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Daun, das Instagramtheater „Tattoo“ wurde zudem ausgewählt, dieses Jahr das Land Rheinland-Pfalz beim digitalen Schultheater der Länder 2021 zu vertreten.

Das Landesschultheatertreffen war ein buntes und interaktives Festival, das die Schüler*innen aus 7 verschiedenen Schulen aus Rheinland Pfalz einander näher brachte. Es wurde viel gelacht, zusammen Theater gespielt und gegenseitig Feedback gegeben. Ein Highlight für die Gruppe aus Daun war ein 8stündiger Workshop mit der Theaterpädagogin Elke Reiter aus Trier, die am Dienstag in Daun anreiste und die Schüler*innen der Gruppe in die Welt des Körpertheaters entführte.

Im folgenden Padlet kann man sehen, was alles beim LSTT 2021 von den Schüler*innen geleistet wurde.

Mit Padlet erstellt

Hier sieht man die Rückmeldungen zum Beitrag aus Daun:

Mit Padlet erstellt

Und hier gibt es Einblicke in den Workshoptag von Dienstag:

Mit Padlet erstellt

Theater AG

Auftritt in der Aula des GSG Daun

Im Juni 2019 präsentierte die Theater AG des GSG Daun ihr Stück „Alice im Anderland“ am Geschwister Scholl Gymnasium Daun. Mit dem Stück trat die AG zudem am 24.06. beim Landesschultheatertreffen am Pfalztheater in Kaiserslautern auf und stellte außerdem im September am Schultheater der Länder vom 22.09.2019-28.09.2019 den Wettbewerbsbeitrag für Rheinland-Pfalz. Das Schultheater der Länder ist ein bundesweites Festival für Schultheatergruppen aller Schulstufen und Schulformen, das jährlich in einem anderen Bundesland stattfindet. Jedes Bundesland ist mit einer Gruppe vertreten, welche die Impulse des Festivals weiterträgt. Aus jedem Bundesland nominieren Länderjurys drei Gruppen aus den Schulformen Grundschule, Sekundarstufen I und II für die engere Wahl um die Teilnahme am Festival. Eine Bundesjury wählt anschließend jeweils eine Preisträgergruppe pro Bundesland aus. Dieses Jahr wurde die Theater AG des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Daun Preisträger des Landes Rheinland-Pfalz beim SDL in Halle.

Zum Wettbewerbsbeitrag befand die Bundesjury: „Diese Inszenierung lässt die Grenze zwischen Realität und Wahnsinn verschwimmen. Sprachlich stark und präzise spielend lässt die Gruppe die Zuschauenden die erdrückende Enge einer solchen Einrichtung intensiv empfinden. Der Theater-AG gelingt es durch eine klare Raum- und Formsprache sowie die szenisch starken Bilder die Atmosphäre dieses beklemmenden Ortes bis in den Zuschauerraum hinein zu tragen.“

Das Stück Alice im Anderland beschäftigt sich mit einer sehr ernsten Thematik: Jahre sind vergangen, seit Alice im Wunderland war… und nun wacht sie in einer vollkommen neuen Welt auf: Traumatisiert findet sie sich in einer Nervenheilanstalt wieder. Neben Ärzten und Schwestern tauchen allerdings auch alte Bekannte auf: Die Grinsekatze, der Hutmacher, das weiße Kaninchen,… aber auch die Herzkönigin führt ihr strenges und unbarmherziges Regiment. Die Figuren erscheinen Alice immer wieder als Zerrbilder in ihrer Phantasie und es ist nicht klar, ob all das nur in ihrem Kopf stattfindet. Das Stück von Stefan Altherr thematisiert viele Probleme wie Sucht, Kriegstraumata, Kindstötung, Verfolgungswahn und den Umgang der Gesellschaft damit. Durch Video- und Lichtinstallationen soll der Zuschauer die Wirklichkeit hinterfragen. Die verschiedenen Ebenen des Spiels verschwimmen und offenbaren einen dualen Charakter, lassen dabei aber offensichtlich, dass man sich eigentlich an einem allen bekannten Ort, in einer Nervenheilanstalt, befindet.

Die Theater AG des GSG Daun hat eine lange Tradition: Nach Shakespeares „Sommernachtstraum“ im Jahr 2004 folgten zahlreiche bekannte und weniger bekannte Stücke. Ein besonderes Stück war zum Beispiel „Judenkind“ des Autors Andreas Züll. Die Uraufführung fand 2014 in Daun statt. 2015 spielte die AG „Ist das Kunst oder kann das weg?“ im Forum Daun, 2018 folgte die Produktion „Der Herr der Fliegen“. Die Theater-AG inszeniert zudem alternative Theaterformen wie das Improvisationstheater oder Kleinkunstabende. Zurzeit besteht die AG aus rund 20 Mitgliedern aus den Stufen 6 – 12 und wird geleitet von Tanja Finnemann und Volker Weinzheimer.

Das Team in Halle: Mara Annen / Merle Brück / Pepe Barbenheim/ Erik Günther / Leonie Jax Simon Körsten / Paula Lohberg / Johanna Neukirch /Salome Priebe / Lara Saxler / Noah Scholtes / Jan Schomisch / Hannah Schopp / Leon Schenk /Noah Thiel / Florian Theisen / Jasmin Wagner

https://www.volksfreund.de/region/vulkaneifel/grosse-buehne-fuer-die-nachwuchs-schauspieler-des-geschwister-scholl-gymnasiums-daun_aid-38987547?utm_source=mail&utm_medium=referral&utm_campaign=share

Der Abschlussfilm zum Schultheater der Länder, bei dem die Theater AG in Halle an der Saale aufgetreten ist.

Auch die Zeitschrift „Fokus Schultheater“ berichtet über die Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz:

Das Stück umgibt den Zuschauer, da rechnet er noch gar nicht damit: Man muss in den achten Stock, nimmt den Lift und kaum öffnet sich die automatische Tür, ist man schon mittendrin in der Alice-Welt. Was so märchenhaft klingt, war die Empfangsidee der Spieler*innen aus Rheinland-Pfalz, um dem Zuschauer deutlich zu machen, du bist mit im Spiel, schlimmer noch, du bist in einer Nervenheilanstalt. So verwandelt sich die Eintrittskarte in einen Gesundheitspass, die Einlasser*innen sind mimen Ärzt*innen oder Pfleger*innen und da räkelt sich irgendwo ein Menschenhaufen auf dem Boden oder ein weiß gewandeter Spieler schreitet gewichtig in den Zuschauerreihen umher, wieder andere besetzen einzeln die Bühne, bis zuletzt alle dort versammelt sind. Eine unwirkliche Atmosphäre macht sich breit zwischen den ganz in weiß Gekleideten und dem Publikum.

Fokus Schultheater

https://www.fokus-schultheater.de/inhalt/alice-im-anderland-rheinland-pfalz